Das Miteinander gestalten

Ob tatsächlich an die Kirchentür geschlagen oder doch im Briefumschlag versendet – Martin Luthers 95 Thesen veränderten die Welt. Zum 500. Jubiläum der Reformation nimmt sich die Deutsche Fernsehlotterie Luthers Aktion zum Vorbild und ruft dazu auf, selbst die Fäden für eine positive Veränderung in der Gesellschaft in die Hand zu nehmen!

„Wie können wir das solidarische Miteinander stärken?“, fragt die Fernsehlotterie anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentages auf der Plattform faeden-in-der-hand.de. Antworten werden dort in Form von kurzen Thesen eingereicht, wie es auch Martin Luther vor 500 Jahren machte. Seine Thesen schlugen damals große Wellen. Auch die Fernsehlotterie möchte eine Grundlage zur Diskussion schaffen, indem sie auf ihrer Aktionsseite einen Eindruck der öffentlichen Meinung widerspiegelt – mit dem Ziel, das Bewusstsein für das solidarische Miteinander in Deutschland weiter zu schärfen und es ein Stück weit gemeinsam zu gestalten.

Bereits im Vorfeld des Kirchentages wurden über 230 Thesen von Menschen jeden Alters an die digitale Pinnwand gehämmert – viele davon mit tollen Denkanstößen! Wir haben drei ganz unterschiedliche Meinungen einmal genauer unter die Lupe genommen und die Autoren gefragt: Was steckt dahinter? Wie kann die These auch tatsächlich gelebt werden? Was bedeutet eigentlich „solidarisches Miteinander“? Und wie kann eine Soziallotterie dieses stärken?

 


Bringt Kindern kritisches Hinterfragen bei, anstatt des Auswendiglernens.
Laura, 25

Ich habe diese These eingereicht, weil … es wichtig ist, sich an gesellschaftlichen Diskussionen zu beteiligen und Denkanstöße zu geben.

„Kindern kritisches Hinterfragen lehren“ stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, weil … Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft! Sie sollten ermutigt werden, Zustände zu hinterfragen, um sich eine eigene Meinung zu bilden. In unseren Schulen wird oft auswendig gelerntes Wissen abgefragt, statt soziale und politische Missstände zu diskutieren. Dazu gehört auch, Meinungen zu adressieren, die moralisch verwerflich sein mögen, aber nur durch eine offene Diskussion verändert werden könnten. Dabei sollten Lehrer als Vermittler agieren, die aber auch Denkanstöße geben und neue Perspektiven aufzeigen.

„Solidarisches Miteinander“ bedeutet für mich … zu wissen, dass nicht jeder Mensch unter den gleichen Umständen aufwächst, wir aber alle die gleichen Rechte haben und uns gegenseitig helfen, diese zu erhalten. Für mich gehört außerdem dazu, die Vielfältigkeit der Menschheit zu akzeptieren und offen dafür zu sein, voneinander zu lernen. Niemand wird schlecht geboren.
Meine These … habe ich nach meinem Abitur angefangen zu leben. Ich war nicht mehr dem täglichen Abfragen von Information ausgesetzt. Zum ersten Mal fühlte ich mich befreit, meine eigene Meinung zu haben und diese auch zu kommunizieren. Kinder sind oftmals freier im Denken als Erwachsene, und auch in der Art, wie sie die Welt sehen. Dennoch werden sie immer wieder dazu aufgefordert, sich anzupassen. Es ist überheblich ihre Meinung zu unterschätzen, nur weil sie jünger sind.

Wichtige Förderschwerpunkte einer Soziallotterie im Sinne der Stärkung des solidarischen Miteinanders unserer Gesellschaft sind für mich … insbesondere Projekte, die Menschen – egal ob alt oder jung – aus der Isolation helfen. Es müssen Angebote geschaffen werden, die Menschen mit verschiedenen Hintergründen die Chance bieten, sich zu begegnen und so zu erfahren, dass ein Miteinander möglich ist.

 


Sich auf der Straße begegnen.
Nils, 43

Ich habe diese These eingereicht, weil … die Stadt von Begegnungen unterschiedlicher Menschen im öffentlichen Raum lebt.

„Begegnungen auf der Straße“ stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt, weil … man die anderen sehen muss, um in Beziehung zueinander zu kommen. Der freie öffentliche Raum wird aber zu wenig als Ort der Begegnung genutzt. Entscheider fahren von Tiefgarage zu Tiefgarage. Gruppen schaffen sich ihre, zugegeben oft sehr angenemen, Zonen. Doch die Begegnung ist Grundlage für ein Miteinander.

Solidarisches Miteinander bedeutet für mich … sich wahrzunehmen, zuhören aber auch streiten. Fair sein gegenüber anderen und für sie einstehen ohne primär darauf zu schauen, was man dafür bekommt.

Meine These … soll ein Anreiz sein. Zu behaupten, dass ich sie bereits leben würde, wäre ziemlich anmaßend. Generell habe ich erfahren, dass viele Menschen sich ein solches „solidarisches Miteinander“ nicht trauen. Doch sie schätzen es und man kann Anreize geben, es zu praktizieren. Das stimmt mich optimistisch.

Wichtige Förderschwerpunkte einer Soziallotterie im Sinne der Stärkung des solidarischen Miteinanders unserer Gesellschaft sind für mich … ein Fokus auf (Selbst-)Befähigung der Zielgruppen, sich gesellschaftlich einzubringen und ihre Bedürfnisse artikulieren zu können. Und vor allem die Projekte zu fördern, die sozial nicht der Norm entsprechende oder benachteiligte Menschen in Würde mit ihren Kompetenzen präsentieren. Genrell könnte man sich auch anderen Antragsstellern öffnen als denen, die zu einem der großen Wohlfahrtsverbände gehören. Kleine Initiativen und Vereine leisten ebenfalls großartige Arbeit in Deutschland.

 


Dankbarkeit zeigen, egal ob mit Worten oder (kleinen) Taten.
Inga, 35

Ich habe diese These eingereicht, weil … ich fest davon überzeugt bin, dass schon kleine Dinge große Wirkung haben können und wir nur gemeinsam unsere Gesellschaft positiv verändern können.

„Dankbarkeit zeigen“ stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, weil … schon durch ein einfaches „Danke“ positive Emotionen beim Gegenüber ausgelöst werden. Es zeigt, dass man den anderen wertschätzt. Wer ein „Danke“ erhält, geht mit einem Lächeln durch die Welt. Und zeigt sich garantiert auch in Zukunft hilfsbereiter. Egal ob im großen Stil oder im kleinen. Beides zählt.

Solidarisches Miteinander bedeutet für mich … den Alltag mit Empathie zu bestreiten, offen auf Menschen zuzugehen, Hilfe anzubieten – oder auch anzunehmen, was nicht jedem leicht fällt.

Meine These … versuche ich selbst auch zu leben. Ein Danke ist schnell gesagt, doch ich versuche gerade in Alltagssituationen es auch wirklich so zu meinen. Und merke an Mimik und Gestik, dass die Person mir gegenüber dann auch bewusster darauf reagiert. Menschen, die mir nahe stehen, überrasche ich gern mit kleinen Aufmerksamkeiten. Auch so kann man Dankbarkeit zeigen für Freundschaft, Liebe, ein offenes Ohr, Hilfsbereitschaft – denn diese wunderbaren Dinge sind nicht selbstverständlich.

Wichtige Förderschwerpunkte einer Soziallotterie im Sinne der Stärkung des solidarischen Miteinanders unserer Gesellschaft sind für mich … kreative Projekte, die Menschen, denen es vielleicht nicht so gut geht, wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. In denen Menschen all die schönen Dinge erfahren können, für die ich, die das Glück hat, dass es ihr gut geht, so dankbar bin.

 

Info
  • Der Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg statt. Seit vielen Jahren ist die Fernsehlotterie Förderer der Veranstaltung, unterstützt u.a. die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer vor Ort.
  • Auf der von der Fernsehlotterie ins Leben gerufenen Aktionsseite können – passend zum Lutherjahr 2017 – Engagierte ihre Thesen für eine positive Veränderung in der Gesellschaft teilen. Die Aktion läuft noch bis zum 28. Mai.
  • Auch auf dem Kirchentag selbst wird es die Möglichkeit geben, am Stand der Fernsehlotterie seine These vor Ort einzureichen.
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